Samstag, 21. Oktober 2006, 19:45
Gmünd, Stuttgart, Chomsky und der Spiegel 41
Das Schattentheater in Schwäbisch-Gmünd bot all das was die Stadt Schwäbisch-Gmünd nicht bietet: kulturelle Vielfalt, Internationalität und viel Kreativität. Ehrlich gesagt, kann ich nicht verstehen wie man Jahre in einem so trostlosem Kaff studieren kann in der bereits Abends um sieben soviel los wie am Trier Hauptmarkt um drei Uhr nachts. Zum gutem Studium zählt meiner Meinung nach nicht nur gute Ausstattung und Lehre, sondern auch ein gewisses kulturelles Umfeld.
Aber zurück zum Festival: Vorallem die Vorstellung LIGHT! des belgischen Duos Compagnie Mossoux-Bonté, gerade frisch aus Korea eingeflogen, die "nur" mit dem Körperschatten arbeiteten, brachte mehrere erleuchtende Erlebnisse.
Aus dem Programm:
"Wir wolen unser Unbehagen mit dem Publikum teilen, Proportionen verzerren und den Moment beleuchten, wo Humor und Beklemmung sich begegnen", sagen Nicole Mossoux und Patrik Bonté über ihre Arbeit. Mit ihrer aktuellen Produktion LIGHT! rühren sie an unsere Sicherheit, Dinge mit den Augen erkennen zu können. Sie stellen sich die Frage nach der Stofflichkeit des Körpers gegenüber der des Lichts und seiner Schatten. Daran knüpft sich die Frage nach der Wirklichkeit unserer Fantasmen und Ängste, die uns bisweilen realer vorkommen als das Leben selbst.
Inhalt und Form dieser Produktion sind gleichermaßen wichtig: Eine Frau kämpft mit ihren Schatten, ihren schrecklichen Metamorphosen und ihren Enttäuschungen. Die Schatten scheinen eine grausamere Wirklichkeit zu offenbaren als das Licht. Düstere Episoden zeigen den Weg einer Frau, von der Wiege bis zum Grab.
LIGHT! ist ein tagblindes Stück, das uns mit der Angst vor der Dunkelheit konfrontiert und uns mit der Dunkelkammer versöhnt, die uns hervorgebracht hat..."
http://www.mossoux-bonte.be/spectacles/light.html
Die Vorstellungen der Wandering Moon Performing Group aus Thailand mit sehr viel traditionellen Elementen, die Präsentation des Workshop von Controluce und das akrobatische Spiel des ebenfalls italienischen Teatro Gioco Vita (Lebendiges Spiel) brachte eher die Erkenntnisse das Schattentheater sehr mit und von Bewegung lebt. Trotzdem waren diese Aufführung auch sehr mitreißend, vorallem das gekonnte Spiel der vier Thailänderinnen, die in ihrem globalisierungskritischen Stück geschickt traditionelle mit modernen, asiatische mit europäischen Elementen verwoben.
Stuttgart ist ähnlich wie Gmünd nicht gerade die Stadt in der Abends der Bär tobt, nur nicht ganz so schlimm. Das wirft die Frage auf ob der Slogan nicht heißen sollte: "Baden-Württemberg - wir können alles außer richtig leben!" oder "Stuttgart, reich aber nicht sexy"? Aber zum Glück leben dort ja noch sehr liebe Menschen, die etwas Wärme in die Sterilität bringen. Und tagsüber hatte ich ja noch meinen Chomsky "Anatomie der Macht", die "Offenbahrung der Propheten" der Grünen-Gründer und Ex-Grünen Thomas Ebermann und Rainer Trampert und den Spiegel 41 "Macht und Lüge". Und so bewegte sich meine Gefühlslage beim Lesen der Lektüren zwischen Komik-erstickendem Lachen- dem Bimmeln aller Dystopie-Alarmglocken und -glöckchen - Panik und Paranoia.
Also, ich habe bestes Material gesammelt...
Aber zurück zum Festival: Vorallem die Vorstellung LIGHT! des belgischen Duos Compagnie Mossoux-Bonté, gerade frisch aus Korea eingeflogen, die "nur" mit dem Körperschatten arbeiteten, brachte mehrere erleuchtende Erlebnisse.
Aus dem Programm:
"Wir wolen unser Unbehagen mit dem Publikum teilen, Proportionen verzerren und den Moment beleuchten, wo Humor und Beklemmung sich begegnen", sagen Nicole Mossoux und Patrik Bonté über ihre Arbeit. Mit ihrer aktuellen Produktion LIGHT! rühren sie an unsere Sicherheit, Dinge mit den Augen erkennen zu können. Sie stellen sich die Frage nach der Stofflichkeit des Körpers gegenüber der des Lichts und seiner Schatten. Daran knüpft sich die Frage nach der Wirklichkeit unserer Fantasmen und Ängste, die uns bisweilen realer vorkommen als das Leben selbst.
Inhalt und Form dieser Produktion sind gleichermaßen wichtig: Eine Frau kämpft mit ihren Schatten, ihren schrecklichen Metamorphosen und ihren Enttäuschungen. Die Schatten scheinen eine grausamere Wirklichkeit zu offenbaren als das Licht. Düstere Episoden zeigen den Weg einer Frau, von der Wiege bis zum Grab.
LIGHT! ist ein tagblindes Stück, das uns mit der Angst vor der Dunkelheit konfrontiert und uns mit der Dunkelkammer versöhnt, die uns hervorgebracht hat..."
http://www.mossoux-bonte.be/spectacles/light.html
Die Vorstellungen der Wandering Moon Performing Group aus Thailand mit sehr viel traditionellen Elementen, die Präsentation des Workshop von Controluce und das akrobatische Spiel des ebenfalls italienischen Teatro Gioco Vita (Lebendiges Spiel) brachte eher die Erkenntnisse das Schattentheater sehr mit und von Bewegung lebt. Trotzdem waren diese Aufführung auch sehr mitreißend, vorallem das gekonnte Spiel der vier Thailänderinnen, die in ihrem globalisierungskritischen Stück geschickt traditionelle mit modernen, asiatische mit europäischen Elementen verwoben.
Stuttgart ist ähnlich wie Gmünd nicht gerade die Stadt in der Abends der Bär tobt, nur nicht ganz so schlimm. Das wirft die Frage auf ob der Slogan nicht heißen sollte: "Baden-Württemberg - wir können alles außer richtig leben!" oder "Stuttgart, reich aber nicht sexy"? Aber zum Glück leben dort ja noch sehr liebe Menschen, die etwas Wärme in die Sterilität bringen. Und tagsüber hatte ich ja noch meinen Chomsky "Anatomie der Macht", die "Offenbahrung der Propheten" der Grünen-Gründer und Ex-Grünen Thomas Ebermann und Rainer Trampert und den Spiegel 41 "Macht und Lüge". Und so bewegte sich meine Gefühlslage beim Lesen der Lektüren zwischen Komik-erstickendem Lachen- dem Bimmeln aller Dystopie-Alarmglocken und -glöckchen - Panik und Paranoia.
Also, ich habe bestes Material gesammelt...
steffi eiden, Samstag, 21. Oktober 2006, 19:45
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